163-g/m²-Aero-Glasgewebe in 150 cm Breite für großflächige, leichte GFK-Bauteile mit gekrümmten Konturen.
Die breite Ausführung des Interglas 92110 ermöglicht größere zusammenhängende Zuschnitte und kann dadurch Gewebestöße und Überlappungsbereiche reduzieren. Besonders zweckmäßig für Rumpfschalen, Verkleidungen, größere Formteile und Flächenbauteile im Flugzeug-, UL- und Composite-Leichtbau.
WERKSTOFF IN LUFTFAHRTQUALITÄT
Bei großflächigen GFK-Bauteilen ist nicht nur die Gewebekonstruktion, sondern auch die verfügbare Rollenbreite entscheidend. Interglas 92110 in 150 cm Breite erlaubt es, breite Bauteilbereiche mit größeren durchgehenden Zuschnitten zu belegen. Gleichzeitig unterstützt die Köperbindung die Anpassung des 163-g/m²-Gewebes an Rundungen und räumlich geformte Konturen.
| Produkt | Interglas 92110 |
| Fasertyp | E-Glas |
| Flächengewicht | 163 g/m² |
| Finish | FK 144 |
| Webart | Köper |
| Garn Kette / Schuss | EC 9-68 / EC 9-68 |
| Fadenzahl Kette / Schuss | 12,0 / 11,5 Fd./cm |
| Breite | 150 cm |
Großflächige Laminate mit weniger Gewebestößen
Der wesentliche Vorteil dieser Ausführung ist die Arbeitsbreite von 150 cm. Bei breiten Rumpfschalen, Verkleidungen, Flächenbauteilen oder Formen können größere Bereiche mit einem einzigen Zuschnitt abgedeckt werden. Gegenüber einer schmaleren Rollenbreite lässt sich dadurch je nach Bauteilgeometrie die Zahl der erforderlichen Gewebestöße und Überlappungen reduzieren.
Das ist nicht nur für den Zuschnitt interessant. Weniger Einzelstücke vereinfachen bei geeigneter Bauteilgeometrie auch die Vorbereitung und Positionierung der Verstärkungslagen. Gleichzeitig bleiben die werkstoffseitigen Eigenschaften des bewährten Interglas 92110 erhalten.
Köperbindung für gekrümmte Bauteile
Interglas 92110 wird in Köperbindung gefertigt. Die gegenüber einer Leinwandbindung geringere Zahl an Fadenkreuzungen ermöglicht eine bessere Verschiebbarkeit innerhalb der Gewebestruktur. Das Material kann sich dadurch gut an Radien, Rundungen und dreidimensionale Formen anschmiegen.
Mit EC 9-68 Garn sowohl in Kette als auch Schuss und Fadenzahlen von 12,0 bzw. 11,5 Fäden/cm ist die Faserverteilung in den beiden Hauptrichtungen annähernd gleichmäßig. Die feine Gewebestruktur lässt sich mit geeignetem Laminierharz gut durchtränken und wird bei vollständiger Benetzung weitgehend transparent.
Anwendungsgebiet
Die 150-cm-Ausführung ist auf Anwendungen ausgerichtet, bei denen größere zusammenhängende Gewebeflächen benötigt werden. Dazu gehören insbesondere großflächige Schalen- und Formbauteile im Flugzeug-, UL-Flugzeug-, Modell- und allgemeinen Composite-Leichtbau.
Typische Anwendungen:
- Großflächige Rumpfschalen
- Flugzeug- und UL-Flugzeugbau
- Verkleidungen und größere Formteile
- Flächenbauteile und leichte GFK-Schalen
- Modellrümpfe und größere Modellbauteile
- Surfboards und Sportgeräte
- Großflächige Beschichtungen und Verstärkungen
- Formen und Urmodelle aus Schaumstoff
Geeignete Harzsysteme
Das Finish FK 144 ist für die Verarbeitung mit geeigneten Reaktionsharzsystemen vorgesehen. Für konstruktive Leichtbauteile und luftfahrttechnische Anwendungen kommen insbesondere entsprechend spezifizierte Epoxidharzsysteme zum Einsatz.
Bei großflächigen Zuschnitten sollte das Harzsystem hinsichtlich Viskosität und Verarbeitungszeit auf Bauteilgröße und Laminierverfahren abgestimmt werden. Eine ausreichende Verarbeitungszeit erleichtert die vollständige und gleichmäßige Benetzung größerer Gewebeflächen.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch | 128 g/m² |
| Laminatdicke | 0,179 mm |
| Laminatflächengewicht | 291 g/m² |
Vorteile der Breite 150 cm
Die zusätzliche Breite ist vor allem dort sinnvoll, wo ein Bauteil mit 100 cm breitem Gewebe nur durch mehrere nebeneinanderliegende Zuschnitte abgedeckt werden könnte. Mit 150 cm Arbeitsbreite lassen sich deutlich breitere Bereiche in einer zusammenhängenden Lage ausführen.
Bei Rumpfschalen, größeren Verkleidungen und Flächenbauteilen kann dies die Anzahl von Längsstößen und Überlappungen reduzieren. Ob ein Bauteil tatsächlich in einem Stück belegt werden kann, hängt von seiner Abwicklung, der vorgesehenen Faserorientierung und dem Laminataufbau ab.
Technische Hinweise
Handhabung breiter Zuschnitte
Bei 150 cm breiten Gewebelagen empfiehlt sich eine ausreichend große und saubere Zuschneidefläche. Große Zuschnitte möglichst gleichmäßig aufnehmen und in die Form übertragen, um unnötigen Fadenverzug zu vermeiden.
Drapieren
Die Köperbindung unterstützt die Anpassung an gekrümmte Konturen. Bei komplexen Formen sollte das Gewebe von einem definierten Bereich aus faltenarm angelegt werden, ohne die Gewebestruktur unnötig zu verschieben.
Harzverarbeitung
Bei größeren Laminierflächen sind Harzmenge, Topfzeit und Arbeitsablauf vor Beginn der Verarbeitung entsprechend zu planen. Das Gewebe vollständig benetzen, unnötigen Harzüberschuss jedoch vermeiden.
Rechnerische Laminatwerte
Die angegebenen Werte gelten rechnerisch für ein Handlaminat mit 35 Vol.-% Faseranteil. Die praktisch erzielten Werte werden vom Harzsystem, Verarbeitungsverfahren und tatsächlichen Faservolumenanteil beeinflusst.
Fahrzeugbau
Für den Fahrzeugbau stehen in Verbindung mit diesem Glasgewebe TÜV-anerkannte Laminataufbauten zur Verfügung. Die hierfür festgelegten Verfahrensanweisungen und Laminataufbauten sind einzuhalten.
Luftfahrtanwendungen
Die Luftfahrtqualität des Gewebes ersetzt nicht die Zulassung des fertigen Laminats oder Bauteils. Für Luftfahrtanwendungen sind der spezifizierte Laminataufbau, das vorgesehene Harzsystem und das vorgeschriebene Fertigungsverfahren maßgebend.