Kräftiges Glasfilamentgewebe in Köperbindung für tragende und höher belastete GFK-Laminate.
Interglas 92140 mit 390 g/m² und Finish FK 144 verbindet einen hohen Faseranteil pro Lage mit guter Drapierbarkeit. Die 125 cm breite Ausführung eignet sich besonders für größere Rumpfschalen, Verkleidungen, Bootsbauteile, Fahrzeugteile und Formen.
WERKSTOFF NACH LUFTFAHRTNORM
Das Interglas 92140 ist ein schweres E-Glasfilamentgewebe mit einem Flächengewicht von 390 g/m². Durch die Köperbindung lässt sich das Gewebe trotz des hohen Flächengewichts gut an Rundungen, Radien und dreidimensionale Bauteilgeometrien anpassen. Mit jeder Lage wird eine vergleichsweise hohe Verstärkungsmasse eingebracht, sodass sich strukturelle Laminataufbauten mit einer begrenzten Anzahl von Gewebelagen realisieren lassen.
Die Garnkonstruktion unterscheidet sich in Kett- und Schussrichtung. In Kettrichtung wird EC 9-68 × 5 t0 mit 6,0 Fäden/cm eingesetzt, in Schussrichtung EC 9-272 mit 6,7 Fäden/cm. Bei konstruktiv belasteten Bauteilen ist diese richtungsabhängige Faserverteilung bei der Orientierung des Gewebes zu berücksichtigen.
| Interglas / Style | 92140 |
| WLB-Nr. | 8.4554.60 |
| Fasertyp | E-Glas |
| Flächengewicht | 390 g/m² |
| Finish | FK 144 |
| Bindung | Köper |
| Garn Kette | EC 9-68 × 5 t0 |
| Garn Schuss | EC 9-272 |
| Fadenzahl Kette | 6,0 Fäden/cm |
| Fadenzahl Schuss | 6,7 Fäden/cm |
| Breite | 125 cm |
Vorteile des Gewebes
Hoher Faseranteil pro Lage
Mit 390 g/m² wird pro Gewebelage eine hohe Verstärkungsmasse eingebracht. Dadurch lassen sich tragende Laminatquerschnitte mit weniger Einzellagen aufbauen als mit leichteren Glasgeweben.
Gute Drapierbarkeit
Die Köperbindung besitzt weniger Fadenkreuzungen und längere Flottierungen als eine vergleichbare Leinwandbindung. Dadurch kann sich das Gewebe besser an Rundungen und dreidimensionale Konturen anpassen. Aufgrund der geringeren Schiebefestigkeit ist beim Zuschneiden und Positionieren auf eine sorgfältige Handhabung zu achten.
Gute Tränkbarkeit
Das Gewebe lässt sich mit geeigneten Laminierharzen gut benetzen. Bei vollständiger Durchtränkung wird das Glas deutlich transparenter, wodurch sich trockene oder unzureichend benetzte Bereiche während der Verarbeitung leichter erkennen lassen.
Anwendungsgebiet
Das Interglas 92140 eignet sich für tragende und höher belastete Faserverbundbauteile, bei denen eine hohe Verstärkungsmasse pro Lage mit guter Anpassungsfähigkeit an die Bauteilgeometrie kombiniert werden soll. Im Flugzeug- und UL-Flugzeugbau sind die jeweils spezifizierten Laminataufbauten, Harzsysteme und Fertigungsverfahren einzuhalten.
Typische Anwendungen:
- Flugzeug- und UL-Flugzeugbau
- Rumpfschalen und tragende Strukturbauteile
- Fahrzeugbauteile und Verkleidungen
- Boots- und Yachtbau
- Modellbau
- Formen- und Werkzeugbau
- Reparaturen und lokale Strukturverstärkungen
Geeignete Harzsysteme
Das Gewebe kann mit geeigneten Epoxid-, Polyester- und Vinylesterharzsystemen verarbeitet werden. Für hoch belastete Strukturbauteile und Anwendungen im Flugzeugbau ist das jeweils spezifizierte bzw. zugelassene Harzsystem zu verwenden.
Das Finish FK 144 ist auf die Verarbeitung mit geeigneten Reaktionsharzsystemen abgestimmt. Beim Handlaminieren ist auf eine vollständige Benetzung der Faserbündel zu achten; niedrigviskose Laminierharze können die Durchtränkung des schweren Gewebes erleichtern.
Rechnerische Daten für Handlaminate mit 35 Vol.-% Fasern
| Harzverbrauch | 320 g/m² |
| Laminatdicke | 0,43 mm |
| Laminatgewicht | 710 g/m² |
Vorteile der Breite 125 cm
Die 125 cm breite Ausführung ermöglicht größere zusammenhängende Zuschnitte und ist besonders für Rumpfschalen, Bootsbauteile, Fahrzeugverkleidungen, Paneele und größere Formen geeignet. Gegenüber schmaleren Gewebebreiten können je nach Bauteilgeometrie weniger Gewebestöße und Überlappungen erforderlich sein. Bei breiten Zuschnitten sollte das Gewebe beim Transport und Einlegen ausreichend unterstützt werden, um unerwünschten Fadenverzug zu vermeiden.
Technische Hinweise
Gewebeorientierung
Aufgrund der unterschiedlichen Garnkonstruktion und Fadenzahl in Kett- und Schussrichtung ist das Gewebe nicht als vollständig symmetrisch zu betrachten. Bei strukturell belasteten Bauteilen sollte die Orientierung entsprechend den vorgesehenen Hauptbelastungsrichtungen und dem spezifizierten Laminataufbau gewählt werden.
Luftfahrtanwendungen
Die Eigenschaft „Werkstoff nach Luftfahrtnorm“ bezieht sich auf das Glasgewebe. Sie bedeutet nicht automatisch eine Zulassung des daraus hergestellten Laminats oder Bauteils. Maßgeblich sind der spezifizierte Laminataufbau, das zugelassene Harzsystem, das Fertigungsverfahren sowie die jeweiligen Zulassungs- und Prozessvorgaben.